13. Duftstele - Fichtennadel & Severinsches Haus

Severinsches Haus

Dreigeschossige Abart des in Holzminden weit verbreiteten Durchgangsdielenhauses mit einem dritten Geschoß. Datiert 1683. Reich verzierte Fassade mit Vorkragungen der einzelnen Geschosse. Auf den Schwellhölzern mehrere erbauliche Inschriften.

Eine Besonderheit des Holzmindener Raumes sind die Dächer (und Wandbekleidungen) aus Sandsteinplatten. Etwa zwischen Bodenwerder und Karlshafen findet sich ein Buntsandstein, der sich in dünne Platten aufspalten läßt. Ermöglicht wird dies durch reichlich in den Quarz eingebettete Glimmerplättchen, die hier nicht richtungslos im Gestein verteilt, sondern gut eingeregelt sind. Dadurch lassen sich Platten von verschiedener Stärke bis zu einer unteren Grenze von etwa 10 mm gewinnen. Um 1760 waren in Holzminden und den umliegenden Orten sämtliche Gebäude mit Sandsteinplatten gedeckt.

Darstellung eines Fichtenzapfens am BaumFichtennadel

Die Fichte gehört zur Familie der Pinaceae. Sie ist heimisch in den Alpen Zentraleuropas, besonders in den deutschen Mittelgebirgen, den Karpaten und Pyrenäen, dem Balkan und in Rußland (Sibirien). Letzteres ist Hauptlieferant weltweit.

Das Fichtennadelöl wird durch Wasserdampfdestillation aus frischen Nadeln, den nadeltragenden Zweigen und kleinen Ästen gewonnen.
Um 1 kg Öl zu produzieren, benötigt man ca. 500 kg dieser Ausgangsmaterialien.Sein Duft ist spezifisch, grün, harzig-würzig und kräftig-ausstrahlend.

Aus dem Saft heimischer Fichten synthetisierte Dr. Wilhelm Haarmann im Jahre 1874 erstmals Vanillin (siehe Stele 2).

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