5. Duftstele - Kamille & Tilly-Haus

Tilly-Haus

Tilly-Haus in HolzmindenSeinen Namen erhielt dieses Gebäude, weil der Sage nach in ihm während des Dreißigjährigen Krieges der Feldherr Tilly übernachtet haben soll – was allerdings nicht belegt werden kann. Interessant an dem mehrfach umgebauten Haus ist das eindrucksvolle, inschriftlich auf 1609 datierte Renaissanceportal. Dieses Datum dokumentiert allerdings nur die Aufstellung des Hauses in Holzminden: Zuvor stand es in Bevern, vermutlich im Bereich des heutigen Schloßareals. Naturwissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, daß die Eichen des Dachgebälks bereits zwischen 1550 und 1558 gefällt wurden.

In der Nähe des Hauses die Weserbrücke. Nachdem eine 1885 fertiggestellte älteste Brücke Ende des Zweiten Weltkrieges gesprengt worden war, konnte am 14. Oktober 1950 ein Neubau eingeweiht werden. Er präsentierte sich im typischen Stil der Zeit mit einer Tragkonstruktion aus Stahlblechträgern; die Brückenoberkante wurde als flacher Kreisbogen konstruiert. Die 2000/2001 gebaute jetzige Brücke greift diese Gestaltungselemente wieder auf.

Pfeiler der Brüstungsmauern tragen ein Pferd (aus den Landeswappen von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen) sowie einen Keiler (als bodenständiges Tier aus dem Solling): Bronzegüsse nach Modellen des Bildhauers Lorenz Zilken, Höxter-Corvey.

An der Durchfahrt der Hafenbahn finden sich Markierungen des Wasserstandes verschiedener Hochwasser der vergangenen Jahrzehnte. (Weitere Hochwassermarken sind an den Gebäuden Johannismarkt 1 und Weserstraße 5 zu sehen.)

Darstellung einer KamillepflanzeKamille

Die Kamille gehört zu der Gattung der Korbblütler. Die echte Kamille wächst auf Äckern und hat kegelförmige, weißgelbe Blütenkörbe. Sie wird in Deutschland, Ungarn und Ägypten kultiviert.

Das Kamillenöl „deutsch blau“ wird durch Wasserdampfdestillation aus der Blüte gewonnen und ist bläulich bis blaugrün und dickflüssig. Der Duft wird als typisch, fast betäubend süß, kräuterartig mit frischfruchtigem, an Kakao erinnerndem Unterton beschrieben.

Das Kamillenöl „römisch“ kommt auch in England, Frankreich, Ungarn und auf dem Balkan vor und ist schwach gelblich. Es wird neben der Destillation der Blüten auch aus der ganzen Pflanze gewonnen. Der Duft läßt sich als frisch, süß, kräuterartig mit fruchtigen, teeartigen Nuancen beschreiben.

In der Medizin wird der Kamille schmerzstillende, krampflösende, entzündungshemmende, beruhigende, schweißtreibende, fiebersenkende und wundheilende Wirkung zugeschrieben.

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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 13. April 2011 um 10:36 Uhr
 
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